Tensegrity Tisch Bauanleitung | Schweißer Projekt

Tensegrity – ist das Magie oder Physik? Tensegrity ist ein englischer Begriff, der aus den Wörtern tension (Spannung) und integrity (Zusammenhalt) besteht. Und genau das, ist das Geheimnis eines Tensegrity Tisches. Durch eine bestimmte Anordnung von Spannelementen, wie zum Beispiel Ketten, schaut das Tensegrity Objekt aus, als würde es schweben. Aber im Endeffekt ist es nur Physik. Wir zeigen dir in diesem Artikel, wie du einen Tensegrity Stehtisch aus Metall selber schweißen kannst.

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Was versteht man unter Tensegrity?

Tensegrity Objekte bestehen meistens aus zwei oder mehreren Teilen, die mit Ketten, Seilen oder anderen elastischen Elementen verbunden werden.

Dabei werden die Ketten im gespannten Zustand in einer bestimmten Form angebracht. Im Bild sieht man das sehr gut. Dabei wird das Gewicht der oberen Platte nur von der kurzen Kette in der Mitte getragen und die äußeren Ketten sind nur dafür da, dass die obere Platte in Position gehalten wird.

Aber beim ersten Blick fragt man sich, wie das halten kann und denkt, dass die Kettenglieder verschweißt sein müssen. Aber wenn man die Ketten anfasst, merkt man, dass diese locker sind……

So gesehen ist dieser Tisch, der nach einem physikalisch logischen Konzept gebaut wurde, nicht nur ein Blickfang, sondern bringt auch die Betrachter zum Grübeln.

Schritt für Schritt einen Tensegrity Tisch selber bauen

Einen Tensegrity Tisch kann aus Holz, aber auch aus Metall gebaut werden. Wir haben uns für zweiteres entschieden, da wir mit unserem Weldinger Schweißgerät mittlerweile sehr gut schweißen können. (Test Weldinger SYNdig 185 pro)

Benötigte Materiale für den Tensigrety Tisch

1. Unter- und Oberteil des Stehtisches schweißen

Das Unter- und Oberteil besteht aus 60 x 40 x 3 mm Stahlprofilen, die zu gleichseitigen Dreiecken mit einer Seitenlänge von 40 cm zusammengesetzt werden. Die Profile werden in einem 60 ° Winkel gesägt, damit wir am Profil den benötigten 30 ° Winkel erhalten. 

Aber vorsichtig, nicht alle Bandsägen können auch einen 60° Grad Winkel sägen. Unsere Optimum kann das aber. (Optimum Bandsäge Test)

Wenn die Profile zugeschnitten sind, verschweißt du sie und verschleifst die Schweißnähte.

2. Halterungen für die Tischplatte anschweißen

An das hochkante Dreieck schweißt du noch drei Stahlwinkel an. Daran wird später die Tischplatte geschraubt.

3. Die äußeren Ketten anschweißen

Im nächsten Schritt verbinden wir die Dreiecke mit drei Ketten. Schneide dir dafür 3 Ketten in deiner Wunschlänge zu. Wir haben 92 cm dafür gewählt.

Anschließend schneidest du dir zwei Profile mit der exakt gleichen Länge zu und setzt sie als Abstandshalter zwischen die Dreiecke. Es ist hilfreich, wenn du sie an einer Seite mit dem Schweißgerät anpunktest. Danach kannst du in die Ecken die Ketten schweißen.

4. Die Mittelholme zusägen und einsetzen

Die Mittelholme bestehen aus 40 x 40 x 3 mm Vierkantprofilen. Wir haben sie an beiden Seiten mit 5 ° angeschrägt, so dass später ein sogenannter Z-Winkel entsteht, wenn du sie auf die Dreiecke schweißt. Die Länge kannst du dabei frei wählen, je nachdem wie lang deine Kette in der Mitte später sein soll.

Je ein Holm wird dann am oberen bzw. am unteren Dreieck geschweißt. Wichtig ist nur, dass sich die kurzen Seiten der „L“s möglichst genau im Zentrum der Dreiecke kreuzen. Es muss aber nicht auf den Millimeter genau sein…..

5. Die Ketten spannen und die letzte Kette einbauen

Jetzt kommt der entscheidende Moment. Es wird die letzte Kette, die das ganze Gewicht trägt, montiert.
Bringe dafür zuerst die äußeren Ketten auf Spannung, indem du die Profile der Hilfskonstruktion unterlegst, bis die äußeren Ketten voll auf Spannung sind.

Dann schweißt du die mittlere Kette an den oberen Mittelholm. Danach ziehst du sie mit aller Kraft nach unten, bis sie gespannt ist und heftest sie an den unteren Holm.
Anschließend kannst du die Hilfskonstruktion entfernen und der Tisch sollte schweben.

6. Tischgestell lackieren und Tischplatte verschrauben

Jetzt ist der Tensegrity Tisch auch schon fast  fertig. Du musst nur noch das Gestell lackieren und die Tischplatte montieren.  Nach der Montage lässt du die Eichenplatte noch mit einem Holzöl ein und schon kannst du deinen Tensegrity Tisch bewundern und an einen angemessenen Platz stellen.

Tensegrity funktioniert nicht nur als Stehtisch

Das Prinzip Tensegrity funktioniert natürlich nicht nur als Stehtisch. Du kannst nach dem gleichen Prinzip, Beistelltische, Weinflaschenhalter oder sogar Esstische bauen. Aber eins ist sicher: Menschen, die so ein Tensegrity Objekt vorher nicht gesehen haben, werden bestimmt mehrmals hinschauen, bis sie kapieren, wie dieses Prinzip funktioniert.

Wir hoffen, wir haben dir wieder neue Anregungen liefern können und freuen uns, wenn du unsere Bauanleitung nachbaust und uns Fotos davon schickst.