Kutzall Raspelscheiben – Vorstellung, Vergleich und Test


Heute stellen wir dir die Raspelscheiben der amerikanischen Firma Kutzall vor. Wir zeigen, welche Unterschiede es zwischen den Scheiben gibt, wie du sie mit dem Winkelschleifer benutzen kannst und auf was du achten sollst.

“Die Firma Kutzall hat uns die Raspelscheiben für diesen Test kostenlos zur Verfügung gestellt.”

Was sind Raspelscheiben überhaupt?

Raspelscheiben sind Aufsätze für die Flex, mit denen sich Holz bearbeiten lässt. Im Gegensatz zu Fräs- oder Schnitzscheiben schneiden diesee Werkzeuge aber nicht das Holz, sondern raspelt es.

Würde man es mit anderen Werkzeugen vergleichen, dann wären die Frässcheiben ein Hobel, Fiberglasschleifscheiben eine Feile und die Raspelscheiben eine Holzraspel. So gesehen kannst du die Raspelscheiben als Zwischenschritt zwischen Frässcheiben und Schleifen nehmen. Aber natürlich klappt mit den groben Raspelscheiben auch ein relativ guter Holzabtrag, sodass sich damit auch Holz wunderbar formen lässt.

Zeigt die Kutzall Raspelscheiben
Die Kutzall Raspelscheiben gibt es in verschiedenen Ausführungen

Aufbau der Raspelscheiben von Kutzall

Eine Raspelscheibe besteht aus vielen kleinen Raspelzähnen, die mit dem Hartmetall Wolframcarbid beschichtet sind. Mit diesen Zähnen wird das Holz weg geraspelt. Das ist auch der Hauptunterschied zu Frässcheiben, da diese maximal 2-5 Schneiden haben, die das Holz schneiden.

Deshalb kann eine Raspelscheibe nicht geschärft werden. Da sie aber aus vielen kleinen harten Zähnen besteht, wird sie aber auch nicht stumpf, sodass das Nachschärfen weitgehendst zu vernachlässigen ist.

Da aber die Oberfläche offener ist, wie bei einer Schleifscheibe, setzten sich die Raspelscheiben auch nicht so schnell zu. Zusätzlich lassen sich die Aufsätze schnell reinigen. Mögliche Reinigungsmethoden findest du weiter unten im Artikel.

Schleifpapier im Vergleich zu Raspelscheiben
Raspelscheiben setzen sich nicht so schnell zu, wie Schleifscheiben

Die zwei Zahnarten der Kutzall Raspelscheiben

Die Firma Kutzall hat zwei verschiedene Zahnarten – Bauform Orginal und Bauform Extreme. Wir versuchen dir nun den Unterschied zwischen diesen beiden Scheiben zu erklären.

Die Kutzall Orginal Raspelscheiben

Die Orginal Raspelscheiben bestehen aus unregelmäßig verteilten Hartmetallspitzen. Wenn man sich diese Zähne genauer ansieht, sieht man deutlich, dass es eine Art von Spitzen mit einer „Kugel“ sind. Dadurch sieht die Oberfläche der Raspelscheiben auch etwas unruhig aus. Die Oberfläche ist aber dennoch offenporig.

Nahaufnahme Kutzall Raspelscheibe
Die Kutzall Orginal Dish Wheel Körnung grob

Die Kutzall Orginal gibt es in drei verschiedenen Körnungen

Die Scheiben gibt es in den Körnungen grob, mittel und fein. Diese lassen sich schnell an der Scheibenfarbe erkennen:

  • Kupferfarben ist grob
  • Silberfarben ist mittel
  • Goldfarben ist fein
Kutzall Raspelscheibe im Detail
Kutzall Shaping Disc Körnung mittel

Wir persönlich finden aber, dass der Unterschied zwischen den einzelnen Körnungen (zumindest bei Hartholz) nur gering wahrzunehmen ist. Die Scheiben sind 114 mm groß und passen somit auf jeden handelsüblichen Winkelschleifer mit 14 mm Aufnahme. Preislich sind sie mit ca. 70 € etwas preiswerter, wie die Extreme-Scheiben.

Die Scheiben eignen sich für Weichholz, Fiberglas, Kunststoff, Vollgummi, Schaumkern, Polyurethan, Silikon, Speckstein und in Verbundwerkstoffen.

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Die Kutzall Extreme Scheiben

Im Gegensatz zu den Kutzall Orginal, haben die Extreme Raspelscheiben eine gleichmäßige Oberfläche, die aus kegelförmigen Hartmetallspitzen besteht. Durch diese Oberfläche lässt sich mit dieser Art von Scheibe noch mehr Material abnehmen als mit der Form Orginal. Zudem finden wir, dass diese Scheiben, zumindest bei Hartholz, eine minimal bessere Oberfläche erzeugen.

Die Kutzall Extrem gibt es in drei verschiedenen Körnungen

  • Schwarz ist grob
  • Blau ist mittel
  • Türkis ist fein

Bei den Extreme-Raspelscheiben ist der Unterschied zwischen den Körnungen unseres Erachtens deutlich spürbarer, als bei den Kutzall-Orginal. Des Weiteren finden wir, dass sich diese Scheiben noch weniger zusetzten. Dafür sind sie aber mit ca. 80 € etwas teurer. Von den Extreme Scheiben gibt es neben den Größen 114 mm, noch eine Größe mit 178 mm (in der Form Shaping Disc) die mit 155 € zu Buch schlägt.

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Die zwei unterschiedlichen Formen der Kutzall Raspelscheiben

Neben den zwei verschiedenen Spitzenarten, gibt es die Kutzall noch in zwei verschiedenen Bauformen. Diese sind einmal die Shaping Discs und die Dish Wheels.

Die Kutzall Shaping Discs

Die Shaping Discs sind die flache Form der Raspelscheiben. Mit diesen lassen sich gerade Flächen und konvexe Formen besser herstellen. Aber auch feinere Linien lassen sich in hochkanter Position mit den Shaping Discs gut fräsen.

Die Kutzall Shaping Disc Extreme flache Form

Einen kleinen Nachteil haben sie aber dennoch, wenn du sie direkt auf den Aufnahmeflansch schraubst, dann steht die M14 Spindel des Winkelschleifers leicht über der Scheibe. So ist es dann etwas schwieriger ebene Flächen zu raspeln. Aber dieses Problem lässt sich leicht beheben, indem man zwei Adapterringe kauft und diese unterlegt. So kommt die Raspelscheibe höher und die Aufnahmespindel stört nicht mehr beim Arbeiten.

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Die Kutzall Dish Wheels

Die Dish Wheels haben einen gewölbten Rand. Dadurch lassen sich schöne konkave Flächen und Kurven in die Holzoberfläche raspeln. Gerade für Schalen ist das eine sehr gute Methode um schöne auslaufende Rundungen zu bekommen.

Aber auch Kurven und andere Rundungen, die sich nur schwer mit anderen Werkzeug herstellen lassen, klappen mit den Dish Wheels hervorragend.

Bei den Kutzall Dish Wheels stört auch nicht die Aufnahmespindel, sodass du für diese Scheiben keine Adapterringe benötigst.

Mit der Dish Wheel lassen sich runde Bahnen raspeln
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Arbeiten mit den Kutzall Raspelscheiben

Das Arbeiten mit den Raspelscheiben ist nicht schwer und man bekommt schon nach kürzester Zeit sehr tolle Ergebnisse. Nichtsdestotrotz solltest du gewisse Dinge auch bei diesem Werkzeug beachten.

Arbeitssicherheit bei den Raspelaufsätzen von Kutzall

Wie bei allen Aufsätzen für den Winkelschleifer gelten auch bei den Kutzall-Scheiben ein paar Sicherheitsvorschriften.

  • Trage einen Augenschutz. Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, dass da keine großen Splitter von den Scheiben herausgerissen werden, ist ein Augenschutz Pflicht. Denn die Scheiben stauben enorm, und wenn du den Staub in die Augen bekommst, ist das sehr schmerzhaft.

  • Deshalb solltest du auch unbedingt eine Atemschutzmaske tragen, am besten eine Halbschutzmaske mit passenden Feinstaubfilter.
Atemschutzmaske und Schutzbrille sind Bei Kutzall Raspelscheiben Pflicht
  • Ein Gehörschutz ist bei Arbeiten mit dem Winkelschleifer ebenfalls zu empfehlen, da dieser doch sehr laut ist.

  • Das Thema Handschuhe ist nicht klar geregelt. Die Berufsgenossenschaft sagt, wenn keine Gefahr besteht, dass der Handschuh in die Scheibe gezogen wird und sich dort verfangen kann, dann soll man Handschuhe tragen. Wir persönlich tragen keine Handschuhe, da wir diese Gefahr für möglich halten. Zumal von den Raspelscheiben nur feine Staubpartikel produziert werden, die für die Hände – unserer Meinung nach – nicht gefährlich sind.

  • Spanne dein Werkstück immer fest ein, zum Beispiel in einen Spannbock (Test: Batavia Crock Lok). Bei nicht fest eingespannten Werkstücken, kann es passieren, dass sich die Scheiben im Holz verbeißen und das Werkstück durch die Gegend schleudern.

  • Es gibt zwar mehrere Videos direkt von Kutzall, wo die Scheiben ohne Schutzblech betrieben wurden. Vorteil ist, dass man gerade bei konkaven Rundungen flexibler ist. Aber es ist natürlich auch gefährlicher. Daher empfehlen wir, dass das Schutzblech eigentlich immer beim Einsatz der Scheiben dran bleiben sollte.

Die Raspelscheiben von Kutzall richtig benutzen

Zum Arbeiten selber gibt es nicht viel zu erwähnen. Die Scheiben funktionieren im Prinzip genauso, wie eine Fächerschleifscheibe oder eine Schruppscheibe – mit der Ausnahme, dass sich mit den Scheiben auch hochkant arbeiten lässt.

Wer schon mit anderen Schleif- oder Frässcheiben am Winkelschleifer gearbeitet hat, wird auch mit diesen Scheiben problemlos zurecht kommen.

Die benötigte Ausstattung am Winkelschleifers

Der Winkelschleifer muss nicht besonders stark sein für die Raspelscheiben. Mit einem 1000 Watt Gerät sollte es keine Probleme geben. Wir persönlich haben einen Bosch Winkelschleifer mit 1300 Watt und Drehzahlregelung. Diese Größe ist unserer Meinung nach das perfekte Setup für Fräs- und Raspelscheiben.

Es ist zwar keine Drehzahlregelung vorgeschrieben, aber sie ist sinnvoll, da du dann die Drehzahl perfekt auf deinen Werkstoff anpassen kannst. Der vorgeschriebene Drehzahlbereich liegt bei 5.000 – 15.000 U/min. Ein Verbrennen des Holzes haben wir aber selbst bei Dauerbetrieb in höchster Drehzahl nicht festgestellt.

Der Bosch GWS 13 CIE ist perfekt für die Raspelscheiben geeignet

Reinigen der Kutzall Raspelscheiben

Auch wenn sich die Scheiben nicht zu schnell zusetzen (die Bauform Orginal setzt sich leichter zu), passiert es gerade bei langfasrigen oder nassem Holz, dass sich die Scheiben doch irgendwann zusetzen. Aber sie lassen sich relativ leicht reinigen. Wiederrum klappt das Reinigen – unserer Erfahrung nach – auch bei der Bauform Extreme besser, als bei den Kutzall Orginal Scheiben. Aber beide lassen sich auf die gleiche Art und Weise wieder frei machen.

Der einfachste Weg und meistens auch erfolgreichste ist es die Scheiben mit einer Drahtbürste auszubürsten.

Solltest du damit kein Erfolg haben kannst du entweder Backofenreinigungsspray probieren oder die Scheiben ein paar Stunden in Seifenlauge einzulegen. Damit bekommst du auch hartnäckigen Schmutz aus den Raspelzähnen heraus.

Sollte dies auch nicht klappen, dann kommt die rabiateste Methode zum Einsatz. Du kannst nämlich die Scheiben auch frei brennen mit einem Bunsenbrenner. Den Scheiben schadet dies absolut nicht.

Fazit zu den Raspelscheiben von Kutzall

Die Kutzall Raspelscheiben sind hochwertige Aufsätze für den Winkelschleifer. Wir persönlich finden die Bauform Extreme einen Ticken besser als die Form Orginal. Bei den verschiedenen Körnungen merkt man nur einen minimalen Unterschied, und es muss auch bei allen Scheiben mit Schleifpapier nachgeschliffen werden, wenn man ein sehr schöne Oberfläche haben will.

Aber nichtsdestotrotz können wir diese Scheiben absolut empfehlen. Zum einen sind sie eine sinnvolle Ergänzung zwischen, Fräscheiben bzw. Kettensäge und den altbekannten Schleifscheiben. Man spart auf alle Fälle Zeit und Geld für Schleifpapier. Dazu lassen sich mit diesen Scheiben auch konkave und konvexe Formen herstellen, die wir noch mit keinem vorherigen Werkzeug so einfach fräsen konnten.

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