Holzgeschichten mit Hintergrund

In diesem Gastartikel macht sich der Holzliebhaber Stephen Grohmann Gedanken über den Werkstoff bzw. Naturstoff Holz Gedanken.

Der Werkstoff Holz in unserer heutigen Zeit

Einführend zu den folgenden Beiträgen, möchte ich zunächst definieren, was ich unter Holz verstehe, da es uns im Leben doch häufig begegnet. Auch wird es viel kopiert, doch nie erreicht.

Holz begegnet uns oft nur noch in verarbeiteter Form

Holz ist nicht zu verwechseln mit den vielen Holzwerkstoffen. Ich nenne hier beispielhaft die gängigsten, wie Leimholzplatte, Tischlerplatte, Sperrholz, OSB, Spanplatte, MDF …

Also industriell gefertigte Holzwerkstoffplatten, für eine rationelle Fertigung für Industrie, Bau und Tischlereien, auch veredelt mit Kunststoffoberflächen, Uni oder mit Holzdekor; im besten Fall mit echtem Holzfurnier.

Im Möbelhandel führt dies dann zu einer erheblichen Verwirrung der Käufer, was im Ergebnis den Erwerber glauben macht, etwas Hochwertiges zu erwerben. Es tauchen dann Begriffe auf, wie Teilmassiv, Echtholzfurnier. Leider wird eben lediglich ein Mehrwert suggeriert. Ein paar Holzleisten oder eine dünne Schicht verbergen so der wahren Kern.

Industrieholz fehlt das Lebendige
Treibholz Regal bauen
Natürlich gealtertes Holz hat eine Geschichte

Nur möchte ich so etwas nicht mit dem Werkstoff Holz in Verbindung bringen. Sicher werden damit Rohstoffe und viel Zeit eingespart, die Platten sind einfacher in der Handhabung, allerdings wenig nachhaltig und verlieren schnell an Wert. Man denke nur an antike Möbel, langlebig und wertbeständig.

Holz in seiner Naturform ist was ganz anderes

Holz, so wie wir es kennen, (kannten) ist: als Strauch oder Baum gewachsen. Im Handel wird es je nach Bedarf als Stamm, Halbstamm, Brett, Bohle, Blockware, Balken, Leiste, Furnier, Drechselkantel , … angeboten, also immer der gewachsene Rohstoff, auf die Bedürfnisse des weiteren Verwenders zugeschnitten.

Die Struktur des Holzes ist vereinfacht betrachtet ein Bündel Strohhalme.

Denn „alles Holz ist gleich schwer, es hat nur unterschiedlich große Hohlräume“.

Dies trifft natürlich auch auf Holz zu, welches aus dem gleichen Stamm geschnitten ist, denn die Pflanze verstärkt sich dort, wo es hohe Belastungen gibt, und spart an Material, wo diese geringer sind.

Holz hat Charakter, ist eigenwillig, hat spezifische Eigenschaften. Es unterscheidet sich in Textur, Haptik, Farbe und Festigkeit. Ebenso erschweren die Strukturen mal mehr, mal weniger die Bearbeitung.

Holz findet man noch heute fast überall. Es wird für Maschinen und Vorrichtungen, zu Wasserleitungen, Gebrauchs- und Ziergegenständen, Geschirr und Schmuck verarbeitet.

In der Medizin wurde es eingesetzt, als Beispiel Pockholz zur Linderung der Symptome der Syphilis, das Taxol aus der Rinde von Eibe wird in der Krebstherapie verwendet oder schlicht als geschnitztes „Holzbein“.

Und was wir nicht verwenden können oder wollen, daran können wir uns noch wärmen.

Gäbe es kein Holz, müsste die Geschichte der Menschheit wohl neu geschrieben werden.

Holz hat viele Inhaltsstoffe. Harze, Öle, Säuren, mineralische Einschlüsse, Aromen, Farbstoffe, Toxine/Arzneien und Eiweiße. Sie werden extrahiert, destilliert, ausgelaugt und…

Dadurch wird allerdings auch die Bearbeitung erschwert. Stäube belasten die Lunge, andere sind Ursache für Allergien und Hautkrankheiten.

Beim Einschnitt werden die 3 Achsen als Tangentialschnitt, Radialschnitt und Hirnschnitt bezeichnet: tangential, Holzstrahlen als feine Striche. (Fladerschnitt), radial, wenn sie als Fläche erscheinen, (Spiegelschnitt), quer zur Wuchsrichtung, (Hirnschnitt).

Die Textur wird mit gemasert, geriegelt, gestreift, gefladert, wechseldrehwüchsig, gepfeffert und noch einigem mehr bezeichnet.

Die Stärke des Werkstoffes liegt in seiner Vielfalt. Man kann behaupten, für jeden Zweck ist ein Holz gewachsen. Er wächst nach und könnte uns unbegrenzt zur Verfügung stehen, weltweit.

Hier endet mein kleiner Aufsatz über die Vielfältigkeit, denn jedes Holz hat spezifische Eigenschaften.

In weiteren Beiträgen und in loser Folge, möchte ich dann auf einzelne Hölzer eingehen.

Ergänzt mit eigenen Geschichten oder Projekten und Erfahrungen, aktuellem Anlass oder Anekdote aus der Vergangenheit und eigenen Erfahrungen zur Beschaffung, Trocknung, Lagerung und Verarbeitung…