Grundlagen MIG/MAG-Schweißen |Anfänger Schweißen

Die Grundlagen vom MAG-Schweißen sind wichtig, wenn du schöne Schweißnähte haben möchtest. Deshalb haben wir in diesem Ratgeber die Basics für den Schweißanfänger zusammengefasst. Dies ist aber kein wissenschaftlicher Artikel und enthält auch keine Profi-Tipps. Wir zeigen dir welche Faustformeln beim MIG/MAG-Schweißen zu beachten sind und mit welchen Grundeinstellungen du beim Schweißen beginnen kannst.

Was versteht man unter MAG-Schweißen?

MAG-Schweißen gehört zu den sogenannten Metallschutzgasschweißen. Beim MAG-Schweißen wird ein aktives Gas genommen, das in der Regel aus Argon und CO² besteht. Das Schweißen mit aktiven Gas verwendet man um unlegierte und legierte Stähle zu verschweißen.

Beim MIG-Schweißen wird ein Inertgas (Edelgas), meistens Argon, verwendet. Das MIG-Schweißverfahren wird häufig für NE-Metalle verwendet.

Ein MIG/MAG-Gerät ist ein Schweißinverter mit einer Drahtrolle, einem Schlauchpaket und einer Gasflasche. Der Draht läuft dabei von der Rolle durch das Schlauchpaket und bildet an der Schweißdüse einen Lichtbogen. Dadurch entsteht ein Schmelzbad und die Schweißnaht verschmilzt mit dem zu verschweißendem Metall. An der Schweißdüse strömt gleichzeitig das Schutzgas heraus, sodass der Lichtbogen stabilisiert und geschützt wird. Das ist das MAG-Schweißen recht einfach erklärt. Wie gesagt nicht wissenschaftlich, aber für den Anfänger sollte es erst mal ausreichen.

Gute MIG/MAG-Schweißgeräte für Anfänger sind von der Firma Stahlwerk und Weldinger. Wir haben in unserer Werkstatt das Stahlwerk MIG 175 ST IGBT und das Weldinger MEW 210 SYN alu. Beides sind sehr gute Schweißgeräte für den Heimbereich. Das Weldinger ist jedoch geringfügig anfängerfreundlicher, da es mit synergischen Programmen das Einstellen deutlich einfacher macht.

Kompletter Test Weldinger MEW 210 SYN alu auf unserem Blog.

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Die Grundparameter beim MIG/MAG-Schweißen

Beim Schutzgasschweißen kannst du verschiedene Parameter einstellen. Dabei gibt es ein paar Faustregeln, die aber nicht in Stein gemeißelt sind, sondern eher Richtwerte darstellen. Prinzipiell reagiert jedes Schweißgerät und jeder Stahl etwas anders, sodass oft Probeschweißungen nötig sind, um die richtigen Einstellungen zu finden.

Welchen Draht soll man für MIG und MAG-Schweißen verwenden?

Den Schweißdraht bekommst du aufgewickelt auf einer Drahtrolle. Der Schweißdraht dient dabei als Elektrode. Dieser schmilzt beim MAG-Schweißen ab und schmelzt gleichzeitig den Werkstoff auf. Der Draht muss deshalb auch zum Werkstoff passen. Es gibt zum Beispiel Draht für Stahl, Edelstahl, Fülldraht (kein Gas nötig), aber auch für Aluminium. Zusätzlich benötigst du die richtige Seele (Schlauch im Inneren des Schlauchpakets) zum Schweißdraht. Für Aluminium und Edelstahl ist zum Beispiel eine Teflon- oder Kohle-PTFE Seele nötig.

Zudem solltest du den richtigen Draht-Durchmesser auswählen. Der Draht mit dem 90% aller Schweißarbeiten bei Stahl gemacht werden, ist der 0,8 mm Draht. Diesen verwendet man in der Regel für Bleche von circa 2-15 mm. Für geringere Blechstärken kann man einen 0,6 mm Draht und für dickere einen 1,0 – 1,6 mm starken Draht verwenden. Beachte aber, dass du in der Vorschubeinheit auch die Drahtführungsrolle mit der entsprechenden Nut/Rille montierst.

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Schutzgas-Durchfluss beim MIG/MAG-Schweißen einstellen

Der erste Parameter, den du beim Schutzgasschweißen einstellen musst, ist der Gasdurchfluss. Es muss gewährleistet sein, dass der Lichtbogen immer unter einer Gasglocke abbrennt, sonst bekommst du keine guten Schweißnähte.

Die sichere Gasglocke ist wiederum von mehreren Faktoren abhängig und kann deshalb nicht hundertprozentig berechnet werden. Als Faustregel sagt man aber pro 0,1 mm Drahtdurchmesser 1 l Gas. Bei einem 0,8 mm Draht stellst du deshalb ca. 8 l Durchfluss ein.

Wenn du aber zum Beispiel im Freien schweißt oder es in der Werkstatt zieht, dann kann auch mehr Gas nötig sein. Viele Schweißer sagen deshalb auch pauschal 10-15 l Gas einstellen. Also heißt es hier probieren. Du merkst relativ schnell, wenn du zu wenig Gas hast, da es sich nicht schön schweißen lässt.

Bei anderen Materialien kann auch mehr Gas nötig sein. Bei Aluminium nimmt man zum Beispiel 15 l pro 0,1 mm Draht.

Wie stelle ich den Gasdruck an einem MIG/MAG-Schweißgerät ein?

Die Parameter für das Schutzgas stellst du an einem Druckminderer/Druckregler ein. Gute Minderer haben dabei 2 Uhren. An der ersten siehst du den Druck, der in der Flasche herrscht und an der zweiten kannst du den Durchfluss ablesen.

Die erste Messuhr kannst du nicht beeinflussen. Hier kannst du nur den Druck ablesen, und daraus folgern wie voll deine Gasflasche ist. Wenn sie 0 bar anzeigt, ist sie leer. Deshalb spricht man genau genommen auch nicht von Gasdruck einstellen beim MAG-Schweißen. Da du diesen normal nur bedingt einstellen kannst. Er ist aber auch nicht ausschlaggebend für schöne Schweißnähte.

Neben dem zweiten Regler findest du normal einen großen Drehknopf, mit dem du den Durchfluss einstellen kannst. Davor musst du aber noch eventuell einen kleinen Drehknopf (Absperrhahn am Druckminderer) aufdrehen.

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Wie lange kann ich mit einer Gasfüllung schweißen?

Anhand des verbleibenden Druckes vom ersten Manometer kannst du ausrechnen, wie lange noch dein Gas in der Flasche reicht.

Mit dieser Formel rechnest du aus, wie viel Gas in der Flasche ist.

Flaschengröße (20 l) x Restdruck in Bar (200 bar) = vorhandene Gasmenge (4000l)

Eine volle 20 l Flasche hat also 4000 l Gas. Wenn du diese dann durch deinen eingestellten Durchfluss teilst, bekommst du die Zeit in Minuten.

Gasmenge (4000 l) : Gasdurchfluss (8 l/min) = Schweißdauer (500 min bzw. 8:20 h)

Du kannst also mit einer vollen 20 l Flasche ca. 8 h Stahl schweißen. Natürlich ist das auch wieder nur ein theoretischer Wert, der in der Praxis nur selten exakt erreicht wird. Aber auch hier reicht es, um erst mal einschätzen zu können, wie lange sich mit einer Gasflasche schweißen lässt.

Wo kann man Schutzgas für MIG/MAG kaufen?

Gasflaschen bekommst du heute sowohl online, als auch bei diversen Händlern vor Ort. Achte aber darauf, dass sich häufig die Flasche von Händler A nicht bei Händler B tauschen lassen.

Heutzutage gibt es nämlich zu 90 % nur noch das Tauschsystem. Das heißt, du bezahlst ein Pfand (100 bis 200 €) bei einem Gashändler und bringst danach nur noch deine leere Flasche hin und nimmst eine volle wieder mit. Eine TÜV-Prüfung für die Gasflasche ist dabei nicht mehr nötig. Eine 10 l Füllung Schutzgas für Metall liegt dabei etwa bei 40 €.

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Der wichtigste Parameter beim MIG/MAG-Schweißen ist Ampere die Stromstärke

Neben dem Gasdurchfluss gibt es auch für die Stromstärke eine Faustformel, an der du dich orientieren kannst. Dabei gilt:

Pro Millimeter Blechstärke wählst du zwischen 30 und 40 Ampere

Pro Millimeter Blechstärke wählst du zwischen 30 und 40 Ampere. Also für ein 5 mm starkes Blech stellst du zwischen 150 und 200 A. Aber auch hier gilt wieder, es sind Richtwerte und können je nach Schweißmaschine und Material etwas abweichen. Also heißt es auch hier wieder: Erst mal probieren an einem Probestück.

Meistens kannst du an einem Schutzgasschweißgerät noch weitere Parameter, wie Drahtvorschub oder die Spannung in Volt einstellen. Diese Werte dienen in der Regel aber nur für die feinere Abstimmung. Mit der Spannung kannst du zum Beispiel den Lichtbogen einstellen. Wenn du einen Kurzlichtbogen (z.B. für dünne Bleche) haben möchtest sollte die Spannung niedriger sein. Für einen Sprühlichtbogen (z.B für Decklage der Schweißnaht) hingegen etwas höher.

Du siehst schon, für perfekte Nähte, die gut aufschmelzen und nicht zu sehr spritzen, müssen die Parameter zueinander passen.

Wie du die richtige Einstellungen erkennen kannst

Wie schon öfters erwähnt ist es nötig, dass du Probeschweißungen machst und den Prozess nach folgenden Kriterien beurteilst. Wenn alle drei Punkte erfüllt sind, kannst du dir (fast) sicher sein, dass dein MIG/MAG-Schweißgerät richtig eingestellt ist.

Diese Kriterien sind zu beachten:

  1. Die Optik der Naht. Die Naht sollte nicht zu tief einbrennen, aber auch nicht nur aufliegen. Außerdem sollte sie möglichst ohne Spritzer sein.
  2. Der Sound des Schweißprozesses sollte sich anhören, wie ein Speck in der Pfanne. Also es sollte bruzzeln. Zischt es oder gibt es nur vereinzelte Knalle, dann passen die Parameter nicht.
  3. Schon beim Schweißen selber merkst du, ob es läuft. Beobachte das Schweißbad und den Lichtbogen. Alles muss gut aufeinander abgestimmt sein, damit die Schweißergebnisse passen. Auch mit der Brennerführung kannst du den Lichtbogen noch beeinflussen.

Gerade für Anfänger, wie wir auch waren. Kann das richtige Einstellen anfangs schon etwas schwierig sein, aber immer noch leichter, wie es bei anderen Schweißverfahren ist. Notiere dir aber unbedingt deine Ergebnisse und übe einfach, dann bekommt man doch relativ schnell gute Ergebnisse hin.

Was dir am Anfang – aber auch später – helfen kann sind Schweißgeräte mit synergischen Programme, wie dem Weldinger MEW 210 SYN alu, das wir auch schon getestet haben.

Das Weldinger MEW 210 Syn Alu ist ein sehr gutes Schweißgerät

Mit diesem Gerät musst du bei MIG/MAG-Schweißen nur noch die Stromstärke einstellen und das Gerät passt die anderen Werte automatisch ein. Und bei Stahl funktioniert das wirklich sehr gut. So haben wir mit diesem Schweißgerät gleich zu Beginn sehr gute Ergebnisse erzielt. Später kannst du dann aber immer noch die einzelnen Parameter verändern, wenn du es für bestimmte Schweißaufgaben brauchst. Daher ist das Weldinger MEW 210 SYN alu wirklich ein anfängerfreundliches Gerät, dass dennoch viel Potential nach oben hat.

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Fazit zum MIG/MAG-Schweißen für Anfänger

Diese Parameter waren die ersten, mit denen wir uns als Anfänger beschäftigt haben. Damit haben wir dann auch relativ schnell brauchbare Ergebnisse erreicht. Profis werden wahrscheinlich noch mehr Stellschrauben kennen. Aber um ein Tischgestell oder ein Gartentor zu schweißen reicht es – unseres Erachtens – erst mal aus, sich mit den oben genannten Funktionen zu beschäftigen. Wenn man darin sicher ist, kann man weiter optimieren.

Dennoch wollen wir gerade Anfängern dazu raten ein Schweißgerät mit synergischen Programmen zu kaufen, da es den Einstieg doch deutlich erleichtert. Preislich sind diese Schweißgeräte auch nicht wirklich teurer, sodass man sich das Einstellen damit doch wesentlich leichter machen kann. Zusätzlich sollten sich Beginner auch über die nötige persönliche Schutzausrüstung informieren. In unserem “Ratgeber Grundausstattung Schweißen” findest du zahlreiche Tipps darüber.