Grill mit 5 Funktionen aus Gasflasche bauen

Wir von Gipfelholz haben uns im Jahr 2019 an das Schweißen heran gewagt. Darum wollen wir euch auch Projekte vorstellen, die sich von Anfängern im Schweißen bewältigen lassen. Deshalb zeigen wir in dieser Bauanleitung, wie wir mit dem Weldinger MEW 210 Syn Alu (Test zum Schweißgerät) einen Grill aus einer Gasflasche gebaut haben.

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Dieser Grill ist ein Alleskönner

Aber natürlich wollten wir keinen einfachen 08/15 Grill bauen, sondern einen der mehrere Funktionen hat. Folgende Grill- und Kochmethoden hat unser Gipfelholz-Grill an Board.

  • Grillen
  • Räuchern
  • Smoker
  • Feuerplatte
  • Dopfstation
  • Raktenofen
  • Zeltofen

Schritt für Schritt zum Gasflaschengrill

Der Grundkörper unsres Raketenofens besteht aus einer Gasflasche und mehreren Stahlteilen und – -profilen. Wir haben eine PDF erstellt, wo ihr die einzelnen Bauteile mit den empfohlenen Maßen sehen könnt. Zudem findet ihr gleich die passenden Links zu den Bauteilen. 

Hier geht es zur Materialliste.

1. Die Gasflasche für den Grillbau vorbereiten

Die Gasflasche komplett entleeren

Bevor wir mit dem Auftrennen der Gasflasche beginnen, müssen wir uns absolut sicher sein, dass kein Gas mehr in der Flasche ist. 

Daher drehst du das Absperrventil zuerst komplett auf und lässt das Gas komplett entweichen. Da Propangas schwerer wie Luft ist, ist es wichtig, dass du die Flasche auch auf den Kopf stellst.

Jetzt kannst du das Absperrventil mit einem Gabelschlüssel oder einer Rohrzange herausdrehen. Da aber der Anschluss in der Regel eingeklebt ist, kann es nötig sein, dass du das Gewinde mit einem Fön warm machen musst, bevor es sich löst.

Wenn der Anschluss herausgedreht ist, füllst du die Gasflasche komplett mit Wasser. Denn dann ist es sicher, dass absolut kein Gas mehr in der Flasche vorhanden ist.

Die Gasflasche halbieren

Die Flasche ist jetzt soweit vorbereitet, dass du mit dem Flexen beginnen kannst. Zuerst wird der Standfuß und ein Henkel der Flasche entfernt. Die überstehenden Teile kannst du nach dem Trennen auch gleich verschleifen. Sind diese Teile entfernt, zeichnest du dir Mitte der Flasche an und halbierst diese. Am besten funktioniert das mit einem Höhenreißer.

Die Gasflasche abbeizen

Da der Lack der Gasflasche nicht feuerfest ist und du zum Schweißen später blankes Metall benötigst, wird der Schutzlack von der Gasflasche entfernt. Dafür kannst du einen Abbeizer, Drahtbürste oder Schleifpapier verwenden.

2. Das Unterteil des Grills bauen

Die untere Hälfte des Grills ist der Raketenofen-Teil. Diesen Teil kannst du zum Heizen, als Dopf-Station, Herdplatte oder Feuerplatte verwenden. Hierfür müssen wir an mehreren Stellen der Gasflasche Blechabschnitte heraustrennen und Stahlprofile und Blech anschweißen.

Die Ascheauffangwanne zuschneiden

Die Ascheauffangwanne besteht aus einem 120 x 60 x 3 Profil mit 250 mm Länge. Bei diesem Profil entfernst du eine Längsseite, sodass du ein U-Profil erhältst. Anschließen legst du die Aschewanne mittig auf die Gasflasche und zeichnest den Ausschnitt an und trennst ihn heraus.

Auf den Ausschnitt der Aschewanne schweißt du 4 Flachstähle 25 x 3 mm. Diese dienen später als Aschegitter, dass nur die Asche und nicht die Glut runter fallen kann. Der Abstand zwischen den Sprossen beträgt ca. 6 mm.

Die Brennkammer für die Raclettefunktion zuschneiden

Die Raclettefunktion besteht aus einem 120 x 60 x 3 mm Vierkantprofil, dass an die Längsseite der Gasflaschenhälfte montiert wird. Die Länge des Profils ist 500 mm. Um das Ausschnittmaß zu ermitteln legst du das Stahlprofil an die richtige Position und zeichnest den Ausschnitt direkt ab.

Dann kannst du das angezeichnete Blechstück aus der Gasflasche heraustrennen. Danach setzt du das Stahlprofil ein und zeichnest vom Inneren der Gasflasche den Ausschnitt am Profil an. Diesen Abschnitt trennst du ebenfalls heraus und schon hast du die beiden Teile so vorbereitet, dass sie später eine durchgehende Brennkammer ergeben.

Die Befüllungstür in die Gasflasche einpassen

Bauanleitung Zeltofen

Mit der Türöffnung gehen wir genauso vor. Nur kannst du hier erst mal die Breite des 150 x 150 Stahlprofils (120 mm lang) anzeichnen, da das Profil an den Rundungen der Flasche nicht anliegt. Das heißt, bei der Höhe des Ausschnittes musst du dich langsam herantasten, bis das Vierkantprofil perfekt in die Gasflasche eingepasst ist.

Die Bodenplatte aussägen

Jetzt fehlt nur noch die Bodenplatte/Feuerplatte. Lege dafür deine vorbereiteten Profile in der richtigen Anordnung auf das 500 x 500 x 4 mm Blech, zeichne die Kontur ab und säge das Blech aus.

Die Teile des Raketenofens zusammenschweißen

Das Grundgerüst der unteren Hälfte steht nun. Richte jetzt alle Teile aus und Punkte sie mit dem Schweißgerät zusammen. Kleiner Tipp, punkte den Deckel/ die Feuerplatte erst zum Schluss an, da du speziell bei der Raclettefunktion, als auch bei der Türe, bestimmte Nähte von innen besser schweißen kannst.

Wenn dann aber alles sitzt, verschweißt du alle Teile, sodass sie komplett dicht sind. Anschließend kannst du sie auch noch mit dem Winkelschleifer verschleifen.

Offene Flächen verschließen

Die beiden Seiten der Raclettefunktion, eine Seite der Ascheauffangswanne und ein Teil der Türöffnung sind jetzt noch offen. Hier können wir uns aus den Resten der Bodenplatte passende Blechabschnitte zuschneiden und damit die offenen Stellen noch verschließen.

Die Türe des Smokers konstruieren

Die Türe des Feuerraums besteht ebenfalls aus 4 mm Blech mit den Maßen 160 x 160 mm. Die Scharnier dafür bauen wir aus einer M8 Gewindestange und einem Rohr 14 x 3 mm, dass wir in drei Stücke unterteilen.

Diese fädeln wir auf die Gewindestange auf und setzten oben und unten einen Schweißpunkt. Danach können wir zwei Rohrabschnitte an der Tür und eines an den Rahmen anschweißen. Natürlich vorher alles wieder ausrichten. Jetzt lasst sich die Klappe öffnen und schließen.

Während des Brennvorgangs wollen wir aber auch, dass sich die Tür fest verschließen lässt. Deshalb haben wir aus Zwei Flachstählen 25 x 3 mm, einer Gewindestange M8, einem Rohr 14 x 3 mm und einem Klemmhebel einen Verschluss gebaut.

Dabei wird in die Flachstähle jeweils ein 8 mm Loch gebohrt. Zwischen diesen Flachstählen wird das Stück Rohr und die Gewindestange eingeschweißt. Das Rohr soll sich dabei noch frei drehen können. Also machen wir nur je einen Schweißpunkt auf Gewindestange und Flachstahl.

An das Rohr selber schweißen wir eine Gewindestange an und schrauben einen Klemmhebel mit Beilagscheibe drauf. Die Komplette Einheit wird dann an die Gasflasche geschweißt.

An die Türe kommt ein Flachstahl mit einer dreieckigen Aussparung, in die der Klemmhebel greifen und die Türe so zu ziehen und sicher verschließen kann.

Den Ascheauffangbehälter biegen

Unten in die Ascheauffangwanne kommt ein Behälter aus Blech, den wir aus 1,5 mm Blech gebogen haben. Der Behälter sollte ca. 112 mm breit und 240 mm lang sein. Die Höhe beträgt circa 20 mm. An die vordere Seite schweißen wir einen Abschnitt von dem 4 mm Blech. Jetzt sollte sich der Aschebehälter leicht in die Auffangwanne schieben lassen. Später lässt sich so bei Bedarf einfach die Asche ausleeren.

Den Raclette-Pfannenhalter am Smoker anschweißen

Die Raclettepfännchen lassen sich später auf einem Gestell unter der Brennkammer einschieben. Dieser Halter besteht aus 8 mm Rundstahl, der an die Pfännchen angepasst wurde. Diesen schweißen wir möglichst dicht unter die Brennkammer. Achte aber darauf, dass du noch genug Essen in die Pfännchen packen kannst, ohne dass der Käse später an die Brennkammer kommt.

3. Die Stellfüße des Grills selber bauen

Für die Füße verwenden wir M10 Gewindestangen, die in einem 16 x 2 mm Rohr laufen. Zur Nivellierung des Grills werden in die Rohre Maschinenstellfüße montiert. Schweiße dafür an die untere Seite der Rohre eine M10 Mutter. Danach kannst du die Füße einfach eindrehen.

Die Füße lassen sich später direkt in Gewindebuchsen M10 an der Gasflaschenwanne einschrauben. Setze dafür die beiden Hälften des Grilles provisorisch auf eine Hilfskonstruktion in gewünschter Position und ermittle, wo du die Stellfüße habe möchtest. Für die Unterhälfte ist eine Dreibeinlagerung am besten und für die andere Hälfte hat sich eine Vierbeinlagerung bewährt.

Punkte dann die Gewindebuchsen an der gewünschten Stelle an und säge gleichzeitig die Füße in der richtigen Länge ab. Dann schweißt du an das obere Ende der Rohre ein Stück M10 Gewindestange. Jetzt lassen sich die Füße schnell montieren und auch wieder abschrauben.

4. Das Oberteil des Grills selber bauen

Das Unterteil ist jetzt für das erste fertig. Kommen wir zum Oberteil bzw. zu dem Teil, der später auch zum konventionellen Grillen genutzt werden kann.

Luftöffnungen in den Smoker schneiden

Damit später die Kohlen von unten Luft bekommen, wir den Rauch beim Räuchern steuern oder den Kamin im geschlossenen Zustand einsetzen können, benötigen wir zwei Luftöffnungen. Trenne dafür zwei Abschnitte 100 x 100 aus der oberen Hälfte heraus, bis der Kamin (Vierkantrohr 100 x 100 x 2) sich problemlos einsetzen lässt.

Zur Regelung des Luftstroms haben wir zwei Abdeckhauben aus Blech 1,5 mm mit den Maßen 140 x 120 mm geschnitten und an die Rundung der Gasflasche angepasst. Als Führung dienen zwei Winkelprofile 25 x 25 x 3 mm, die wir mittels einer Formlehre angezeichnet, zugeschnitten und links und rechts der Lüftungsklappen geschweißt haben.

Damit die Klappen aber später nicht raus fallen können, haben wir aus 6 mm Rundstahl Stopper an die Bleche geschweißt und zum Schluss noch Holzgriffe montiert, dass man die Bleche auch während des Betriebes verschieben kann, ohne sich die Finger zu verbrennen.

Kohlepfannen für den Grill aus Metallblech biegen

Die Kohlen werden später in Kohlepfannen aus 1,5 mm Blech gelegt. Dafür haben wir ein Blech mit 8 mm Löcher gesiebt und 2 Kästchen mit den Maßen 150 x 240 x 30 mm und 210 x 240 x 30 mm gebogen.

Damit die Kohlepfannen später sicher im Grill liegen, haben wir zudem zwei Stück Flachstahl links und rechts eingeschweißt.

Den Grillrost bauen wir auch selber

Unser Grillrost besteht aus einem Rahmen, den wir aus 8 mm Rundstahl gebogen haben und mit Verstrebungen aus 6 mm Rundstahl versehen haben. Für die Auflage im Grill haben wir insgesamt 6 Stifte – ebenfalls aus Rundstahl – in die Seitenwand der Gasflasche geschweißt.

5. Das Oberteil mit dem Unterteil verbinden

Die Kaminöffnung in das Unterteil schneiden

Jetzt setzen wir die Oberseite des Gasflaschengrills auf die Unterseite auf, führen den Kamin durch die Öffnung und zeichnen den Ausschnitt auf die Feuerplatte an. Wenn wir diese ausgeschnitten haben, schweißen wir eine Umrandung aus 25 x 3 Flachstahl um die Öffnung. Achte aber vor dem ausschneiden, dass das Maß des Ausschnittes etwas kleiner ist, als der Innendurchmesser des Kamins ist. So bekommt der Kamin dann später einen sicheren Halt.

Scharnier am Multifunktionsgrill anbringen

Damit sich der Gasflaschengrill später leicht öffnen lässt, aber sich bei Bedarf auch getrennt von einander betreiben lässt, bauen wir ein zerlegbares Scharnier. Dafür schneiden wir ein Rohr 14 x 3 mm wieder in vier Teilen und fädeln es auf eine Gewindestange oder Rundstahl.

Diesen haben wir im 90 Grad Winkel gebogen, sodass sich dieser später leicht herausziehen lässt. Anschließend richten wir Ober- und Unterteil der Outdoor-Kochstelle perfekt aus, schauen, dass sich der Schornstein leicht entfernen lässt und schweißen dann das Scharnier an. Dabei werden zwei Rohrabschnitte oben und zwei Abschnitte unten befestigt. Jetzt sollte sich der Deckel leicht öffnen und schließen lassen.

Verschlüsse und Thermometer anbringen

Speziell beim Smoken und Räuchern ist es wichtig, dass sich Deckel und Unterteil möglichst dicht schließen lassen. Deshalb haben wir zwei Verschlussmöglichkeiten am Grill angebracht. Einer ist ein herkömmlicher Klappverschluss, den wir an der Gasflaschenhälfte angepunktet haben. Der andere besteht aus einer Gewindestange auf der Feuerplatte und einem Flachstahl am Oberteil, der sich mit einer Flügelmutter runter ziehen lässt.

In den Deckel bohren wir dann ein 8 mm Loch und verschrauben ein Thermometer darin.

Die Lüftungsklappe in den Kamin einbauen

Im Inneren des Kamins haben wir eine Lüftungsklappe eingebaut. Diese besteht aus dem Ausschnitt von der Lüftungsöffnung im Oberteil des Raketenofens und einem Stück Rohr 14 x 6 mm, das wir aufgeschweißt haben.

Diese fädeln wir dann im Inneren des Kamins auf einen winkeligen gebogenen 8 mm Stahl auf (vorher natürlich die Löcher im Kamin bohren) und schweißen sie von innen fest.

Die Klappe hat im Kamin links und rechts etwas Spiel. Das hat folgenden Grund. Wir können jetzt im Inneren des Kamins mehrere Schweißpunkte in verschiedenen Positionen setzen. Wenn man die Klappe zu sich hinzieht lässt sie sich frei bewegen. Wenn man sie dann in der gewünschten Position nach innen schiebt, wird sie auf einen der Schweißpunkte aufliegen. So kannst du den Luftstrom und somit die Temperatur in mehreren Positionen regeln.

Topfkreuz für den Kamin bauen

Topfkreuz selber machen

Auf dem Kamin kann man später entweder einen Topf, aber auch einen Anzündkamin, stellen. Entweder zum Kochen, oder um Kohle für den Grill anzuzünden. Dafür bauen wir aus 25 x 3 mm Flachstahl ein Topfkreuz.

Dafür einfach den Stahl an den Stellen, wo sich die Materialien kreuzen, aussparen und dann zusammen stecken.

6. Das Metall des Zeltofens reinigen und lackieren

Die Metallarbeiten sind jetzt alle abgeschlossen. Damit der Grill auch schön aussieht, lackieren wir ihn mit hitzebeständigen Lack. Davor solltest du aber alle Flächen entfetten, damit der Lack eine sichere Verbindung mit dem Metall eingeht. Die richtige Festigkeit bekommt der Lack aber erst, wenn er über 200 Grad eingebrannt wird.

Dieser Grill kann wirklich (fast) alles

Das war auch schon unsere Bauanleitung für einen Grill, Smoker, Raketenofen, Räucherkammer oder wie man auch sonst diese Multifunktionskochstelle aus einer Gasflasche nennen möchte. Wir hoffen, wir haben dich inspirieren können und wünschen dir viel Spaß beim Nachbauen und immer genug Kohle für leckeres Essen.

Vielleicht interessiert dich aber auch unsere Bauanleitung zum Feuerrohr. Dieses DIY-Projekt macht sich ebenfalls sehr gut in der eigenen Gartenküche.

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