Erfahrungen mit Kettensägescheiben – Unsere Meinung

Kettensägescheibe, Kettenfrässcheibe oder Kettensägeblatt sind sehr gefährliche Frässcheiben für den Winkelschleifer. Diese Werkzeuge werden oft von Händlern aus China günstig angeboten. In diesem Werkzeugtest zeigen wir dir, warum diese Winkelschleiferaufsätze eine große Verletzungsgefahr haben.


Dieser Artikel stellt unsere persönliche Meinung zu den Kettensägenscheiben dar. Es wurden keine wissenschaftliche Tests durchgeführt. Für Vollständigkeit und Irrtümer übernehmen wir keine Haftung.

Die Kettensägenscheibe auspacken und anschauen

Die Kettensägescheibe werden aus Asien, meistens aus China, nach Europa verschifft. Der Preis pro Scheibe liegt dabei zwischen 10 und 20 €. Verpackt ist die Scheibe in einer Blisterverpackung und kommt auch manchmal mit einer zweiten Ersatzkette an.

Betrachtet man die Verpackung vorne, tauchen schon die ersten Unstimmigkeiten auf. Während auf der Verpackung eine Drehzahl von 10.000 – 13.000 U/min angegeben ist, steht auf der Scheibe selber 14.000 U/min.

Auf der Rückseite der Schutzhülle finden wir noch eine Warnung in Englisch die übersetzt wie folgt lautet.

“Um schwere Verletzungen, Amputationen oder TOD zu vermeiden, lesen sie die Bedienungsanleitung und halten sie die darin enthaltenen Anweisungen ein.”

Soweit so gut. Diese Warnung könnte man jetzt auch bei uns in Europa finden. Aber das Hauptproblem ist: Es gibt weder eine Bedienungsanleitung, noch Sicherheitshinweise, die dieser gefährlichen Frässcheibe beigelegt sind….

Warum Kettenfrässcheiben eine Gefahr sind

Ein Neuling könnte mit diesen raren Angaben sehr viel falsch machen beim Fräsen mit diesen Schnitzscheiben und so die Verletzungsgefahr noch deutlich erhöhen. Wir von Gipfelholz haben aber schon Erfahrungen mit Kettensägen und Frässcheiben von Winkelschleifern, sodass wir das Werkzeug getestet haben und dir jetzt die Gefahren dieses Tools erläutern können.

1. Das Kettensägeblatt ist keine Einheit

Das Kettensägeblatt besteht aus zwei geformten Blechen und einer Motorsägenkette. Zusätzlich sind zwei Klammern an der Scheibe, die alles zusammenhalten in der Verpackung.

Beim Fräsen müssen diese aber unbedingt entfernt werden (wird nirgends bei diesem Tool erwähnt), da diese sonst beim Einschalten weggeschleudert werden können.

Auch dass die Scheibe aus drei Teilen besteht ist ein Gefahrenpunkt, da beim Montieren einzelne Teile verkanten können und so die Scheibe nicht fest und sicher auf dem Winkelschleifer montiert ist.

2. Die Drehrichtung der Scheibe ist nicht eindeutig

Erklärung Drehrichtung

Auf einem Blech ist eine Drehrichtung angegeben. Das Problem ist nur, dass sich die Kette in zwei verschiedenen Richtungen montieren lässt. Man muss also wissen, wie eine Motorsäge funktioniert und in welcher Richtung die Kette schneidet.

Wird die Kette falsch herum eingesetzt, wird die Frässcheibe nicht schneiden, sondern nur hüpfen. Zudem kann sie so schnell reißen und dann mit hoher Geschwindigkeit vom Winkelschleifer fliegen.

3. Die Bohrung der Scheibe passt nicht zu europäischen Winkelschleifern

Jede Flex hat einen Aufnahmeflansch mit einem Ring, wo die Scheiben daraufgesetzt werden kann. Dadurch sind die Winkelschleiferscheiben zentriert und lassen sich mit genügend Anpressdruck fest ziehen.

Die Chinascheiben haben aber eine zu kleine Bohrung, sodass sie nicht auf den Ring des Flansches passen und auf der Gewindespindel wackeln. Zwar wird sie mit der Mutter später noch zentriert, aber eine sichere Verbindung ist etwas anderes.

4. Ein Winkelschleifer dreht schneller als eine Motorsäge

Die Kette an dieser Frässcheibe ist für Motorsägen gedacht. Problematisch ist dabei, dass bei einer Motorsäge in der Regel Geschwindigkeiten von 20 – 25 m/s entstehen. Bei einem Winkelschleifer (ohne Drehzahlregelung) herrschen Geschwindigkeiten von bis zu 80 m/s.

Zudem wird eine Kettensägekette im Gegensatz zum Winkelschleifer immer geschmiert. Ohne Schmierung wird die Kette schneller warm und sehr schnell stumpf. Bei einer stumpfen Kette neigt man dann dazu mehr Druck auszuüben.

Gepaart mit der hohen Geschwindigkeit, den dünnen Blechen entsteht so eine gefährliche Situation. Das Blech kann sich durch den Druck verformen und eine Unwucht bekommen oder die Kette kann wiederum reißen. In diesen Fällen kann sich die Scheibe zu einem lebensgefährlichen Geschoss entwickeln.

Zumal eine Winkelschleifer keinen Kettenrückfangbolzen, wie eine Motorsäge hat, die den Anwender bei einem Kettenriss schützen soll.

5. Die Behörde Rapex warnt vor Kettensägenscheiben

Das europische Schnellwarnsystem Rapex hat mittlerweile eine Produktwarnung für eine ähnliche Kettensägenscheibe, die aus Polen kommt herausgegeben. Hier findest du die komplette Warnung.

Auch wenn das nicht die gleiche Frässcheibe ist, wie die aus China. Die Gefahren, die von der Behörde genannt werden, sind die gleichen. 

Mittlerweile gibt es auch eine Rapex-Warnung zu, der von uns vorgestellten, Kettensägenscheibe.

Gefahren beim Arbeiten mit der Kettenfrässcheibe

Wir haben jetzt schon einige Fakten aufgezählt, die wirklich gegen eine Nutzung dieser Kettensägeblätter sprechen. Aber beim direkten Arbeiten können noch weitere Gefahren entstehen, die wir dir nicht vorenthalten wollen.

Wir haben aber diese Scheibe nur mit voller Schutzkleidung (Schnittschutzhose, Schnittschutzjacke, Visier und Helm getestet), was wir auch für zwingend erforderlich halten.

1. Die größte Gefahr ist der Kickback bei diesem Werkzeug

Die größte Gefahr bei diesem Werkzeug ist der sogenannte Kickback. Dabei verhackt sich die Scheibe im Holz. Passiert das, kann der Winkelschleifer ruckartig in Richtung Körper geschleudert werden.

Die Gefahr steigt, wenn die Kette stumpf ist, das Holz hart ist oder der Winkelschleifer schräg ins Holz eintaucht. Bei einer Motorsäge kann dies auch passieren, jedoch haben Motorsägen eine Kettenbremse, die sofort auslöst, wenn die Säge Richtung Körper ausschlägt.

Winkelschleifer haben diese Sicherheitsvorrichtung in der Regel nicht (abgesehen von ein paar Ausnahmen). Dadurch kann die schnell laufende Scheibe im Gesicht oder Körperteile erhebliche Verletzungen erzeugen. Und dies ist nicht nur einmal passiert Das Internet ist voll mit verstümmelten Körperteilen, die durch diese Scheibe verursacht wurden.

2. Seitliches Fräsen ist ein großer Gefahrenpunkt

Da die Scheibe nur im Bereich der Schneidezähne schneidet (ca. 5 mm tief), ist ein seitliches Verfahren der Scheibe, wie oben im Bild zu sehen ist, ebenfalls gefährlich. Denn ist die Nut tiefer als diese 5 mm, lässt sich die Scheibe nicht mehr verfahren. Im Gegenteil, es kann bei zu hohen Druck wieder passieren, dass eine Unwucht entsteht, die Kette reißt oder sich der Winkelschleifer im Holz verbeißt.

Es gibt sichere Frässcheiben auf dem Markt

Wie du jetzt hoffentlich einsiehst, sind diese Chinascheiben zwar günstig, aber auch brandgefährlich. Und in diesem Fall können wir dir nur raten: Lieber etwas mehr investieren und nicht deine Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Auf unserem Blog und unserem YouTube Kanal haben wir schon einige hochwertige Frässcheiben getestet, die auch sicher sind.