Einpressmutter, Nietmutter, Blindnietmutter, Einnietmutter ohne Werkzeug setzen

Mit Einpressmuttern, Nietmuttern, Blindnietmuttern oder Einnietmuttern lassen sich einfach Gewinde in Blechen oder Profilen herstellen. Dazu benötigst du in der Regel eine Nietmutterzange oder einen Nietmutteraufsatz für den Akkuschrauber.
Aber wenn du nur ein paar wenige Einpressmuttern setzen musst, kannst du diese auch ohne Zange oder Spezialwerkzeug setzen. Wir zeigen dir in diesem Artikel, wie das geht.

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Was sind Nietmuttern oder Einpressmuttern?

Einpressmuttern sind im Endeffekt Gewindehülsen, die durch eine Stauchung in Profilen oder Blechen halten. So kannst du ein Gewinde in dünnen Materialien herstellen, in die du kein herkömmliches Gewinde fachgerecht schneiden kannst.

Die Einnietmuttern gibt es in verschiedenen Materialien von Edelstahl über Aluminium bis hin zum feuerverzinktem Stahl. Auch zwischen den Varianten mit Senkkopf oder mit Rand kannst du frei wählen, sodass du das Gewinde perfekt deinen Vorhaben anpassen kannst.

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Einnietmuttern fachgerecht setzen

Wichtig ist, dass die Einpressmuttern absolut gerade und mit dem richtigen Druck gesetzt werden, damit sie fest und ohne durchzudrehen im Material sitzen.

1. Die Nietmutterzange oder Nietaufsatz sind erste Wahl

Fachgerecht und 100% richtig werden die Blindnietmuttern mit einer Nietmutterzange oder einem Nietmutteraufsatz gesetzt. Die Bedienung der Zange ist im Prinzip selbsterklärend, lediglich der passende ausgeübte Druck erfordert etwas Gefühl. 

Aber nach ein paar gesetzten Muttern hat man das auch raus. Diese Variante empfehlen wir unbedingt, wenn du mehrere Nietmuttern setzen musst, da es damit nicht nur am schnellsten geht, sondern auch die Qualität der Gewinde am höchsten ist.

2. Einpressmutter mit einer Schraube setzen

Wenn du nur ein oder zwei Nietmuttern setzen willst, dann kannst du diese auch mit einer Schraube und einer Mutter in der Größe der Nietmutter setzen. Schraube dafür auf eine Schraube eine Mutter, eine Beilagscheibe und die Einpressmutter, wie im Bild zu sehen ist.

Anschließend steckst du die Konstruktion in das passend gebohrte Loch (Durchmesser der Einpressmutter), hältst oben die Schraube mit einer Ratsche oder Schlüssel fest und ziehst die untere Mutter an. Dadurch spreizt sich die Einpressmutter und wird fest.

3. Blindnietmutter mit dem Rivnut Tool setzen

Amerikanische YouTuber haben ein sogenanntes Rivnut Tool gebaut. Die Einpressmutter heißt auf englisch Rivnut, daher der Name. Das Tool besteht im Endeffekt nur aus einem Rohr mit einem angeschweißten Haltegriff, zwei Beilagscheiben, einer Schraube in der Größe der Rivnut und die Nietmutter selber.

Ist alles zusammengesetzt, wird das Rivnut Tool in das Loch gesteckt und die Schraube einfach mit dem Akkuschrauber angezogen. Diese Variante funktioniert sehr gut bei großen Blindnietmuttern. Bei kleinen Muttern kommt es hingegen oft vor, dass sich die Einpressmutter im Bohrloch mitdreht und nicht fest wird. Das passiert auch bei sehr dünnen Blechen häufig.
Hier muss dann entweder die Rivnut vorher mit der Zange etwas angezogen werden, damit sie schon vorgestaucht ist und einen Bauch bildet oder die Bohrung etwa 0,1 mm von Haus aus kleiner gebohrt werden. Dadurch dreht sich die Einpressmutter beim Anziehen nicht mit und wird dann auch fest.

Eine weitere Variante dieser Methode ist, dass du über eine Schraube in der Größe der Einpressmutter Beilagscheiben und eine Langmutter, deren Gewinde eine Nummer größer ist, schiebst. Dann kannst du mit dem Schlüssel die Langmutter halten und wiederum den Akkuschrauber zum Festziehen nutzen.

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Fazit zum Einpressmutter setzen ohne Zange

Wir finden nach wie vor, dass die Nietmutterzange oder der Nietmutteraufsatz für den Akkuschrauber die beste Methode ist, um Einpressmuttern fachgerecht zu setzen. Musst du hingegen nur ein paar Nietmuttern für ein einmaliges Projekt setzen, dann kann ein selbst gebautes Rivnut Tool oder eine Schraube mit Muttern durchaus ausreichend sein. Den meistens funktionieren diese Varianten, aber es dauert oft einfach länger. Speziell dann, wenn die Einpressmutter sich mit dreht, oder das Blech sehr dünn ist.

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