Druckluftwerkzeug: Vor- und Nachteile

Druckluftwerkzeuge werden in der Industrie häufig eingesetzt. Aber sind sie auch für uns Heim- und Handwerker interessant? In diesem Artikel klären wir dich über die Vor- und Nachteile von Druckluftwerkzeugen auf und stellen euch die wichtigsten Werkzeuge etwas genauer vor.

In einem Werkzeugtest an andere Stelle in unserem Blog stellen wir einen Flüsterkompressor vor, der sich gut für pneumatische Werkzeuge eignet. Hier geht es zum Test des Weldinger Fk240 pro.

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Vorteile von Druckluftwerkzeugen

Beginnen wir zuerst mit den Vorteilen von Druckluftwerkzeugen. Es gibt auch Einsatzbereiche, wo es keine andere Möglichkeit gibt außer pneumatische Werkzeuge zu nutzen. 

1. Reinigen und Ausblasen

Die meisten von uns Heim- und Handwerkern werden sich einen Kompressor zum Reinigen oder Abblasen von Werkstücken anschaffen. Klar man kann auch einen Werkstattsauger dafür nehmen, jedoch ist die Druckluft in vielen Fällen einfach effektiver, schneller und auch gründlicher. Es gibt sogar spezielle Druckluftreinigungsgeräte, wie den Tornado, der in der Fahrzeugpflege gerne eingesetzt wird.

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2. Druckluftwerkzeuge sind kleiner und handlicher

Druckluftwerkzeuge sind bei gleicher Leistung und Drehzahl deutlich kleiner als elektrische Werkzeuge. Daher werden sie auch gerne eingesetzt, wo es etwas enger ist. Zu Bedenken ist aber, dass der benötigte Druckluftschlauch oft nicht so flexibel ist, wie ein Kabel oder ein Akku.

Druckluftschleifer Test
Gleichstarke Schleifer im Größenvergleich

3. Druckluftwerkzeuge sind unempfindlich bei Feuchtigkeit und Explosionsgefahr

Es gibt oft Situationen, wo Elektrowerkzeuge nicht eingesetzt werden können. Das sind zum einem Feuchträume und zum anderen Orte, an denen Explosionsgefahr besteht. 

Hier sind Druckluftwerkzeuge eine gute Wahl, da sie weitestgehendst unempfindlich gegen Feuchtigkeit (Stromschlag) sind und auch keine Funken bilden, wie Elektromotoren. Vorraussetzung ist aber, dass der Kompressor außerhalb des Gefahrenbereichs steht.

4. Pneumatische Kraft ist schneller aufgebaut und steht schlagartig zur Verfügung

Ein weiterer Vorteil von pneumatischen Werkzeugen ist, dass sie in Bruchteilen von Sekunden viel Kraft zur Verfügung haben. Diesen Vorteil sieht man zum Beispiel, bei Nagelgeräten. Es gibt zwar auch elektrische Nagelgeräte, aber die mit Druckluft werden meistens bevorzugt genützt.

Zudem kann mit Druckluft auch viel Kraft schnell erzeugt werden, was zum Beispiel bei pneumatischen Wagenheber wichtig ist.

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5. Druckluftwerkzeuge werden nicht heiß und haben weniger Verschleiß

Theoretisch lässt sich mit pneumatischen Werkzeugen 24 Stunden an sieben Tagen die Wochen arbeiten, da die Geräte nicht heiß werden. Voraussetzung ist, dass die Geräte mit einem Öler geschmiert werden.

 Im Gegenteil durch die Druckluft werden sie sogar gekühlt. Aus diesen Gründen leben Druckluftwerkzeuge länger und haben kaum Verschleiß an den Motoren, wie es bei elektrische Motoren häufiger vorkommt.

6. Pneumatische Werkzeuge arbeiten temperaturunabhängig

Gerade akkubetriebene Werkzeuge haben bei sehr kalten oder sehr heißen Wetter manchmal Probleme. Entweder, dass sich die Akkus gar nicht laden lassen oder die Werkzeuge nicht die volle Leistung bereit stellen können. Bei kabelgebundenen Werkzeugen ist zwar das Risiko geringer, trotzdem haben auch hier pneumatische Werkzeuge die Nase vorne.

7. Druckluft hat keine Verluste über weite Strecken

Bei sehr langen Kabel zwischen Steckdose und Elektrogerät kann es vorkommen, dass gerade leistungsstarke Geräte, wie Schweißgeräte oder Druckluftkompressoren Probleme mit dem Starten haben, da das Kabel zu viel elektrischen Widerstand hat.

Druckluft hingegen kann ohne Verluste (dichte Leitungen sind Vorraussetzung) transportiert werden.

8. Druckluftwerkzeuge lassen sich leicht in der Drehzahl regeln

Während für die Drehzahlregelung von elektrischen Werkzeugen einige Bauteile erforderlich sind, lassen sich pneumatische Werkzeuge leicht in der Drehzahl regeln.

Dafür muss lediglich der Luftstromquerschnitt mit einer Blende verringert oder vergrößert werden. Diese Technik ist auch nicht so anfällig, wie die Regelung bei Elektrowerkzeugen.

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Nachteile von Druckluftwerkzeugen

Wo es Vorteile gibt, da sind natürlich auch Nachteile. Im nächsten Abschnitt erklären wir, warum Druckluft oft nicht die erste Wahl ist.

1. Druckluft ist teuer und hat einen niedrigen Wirkungsgrad

Druckluft ist allgemein die teuerste Energieform. Das heißt man muss viel Energie verwenden, um den Druck im Kompressor aufzubringen. Man sagt, das Druckluft nur einen Wirkungsgrad von 5 % hat bei uns Heimwerkern. Das ist natürlich keine effektive Energienutzung.

Dabei wird aber eingerechnet, wenn wir einen leeren Kompressor erst mal voll machen müssen. Bleibt hingegen der Luftdruck konstant in einer Standleitung, wie es in der Industrie häufiger vorkommt, dann ist Druckluft schon wieder effektiver.

2. Druckluftgeräte lassen sich nicht absaugen

Gerade bei Holzarbeiten und Schleifgeräten ist es sinnvoll, dass man an seine Werkzeuge einen Staubsauger zum Absaugen des Schleifstaubes anschließen kann. Aber bei den meisten Druckluftschleifer gibt es diese Möglichkeit einfach nicht.

Warum das so ist, können wir aber auch nicht sagen.

3. Die Bewegungsfreiheit ist bei pneumatischen Werkzeugen eingeschränkt

Druckluftwerkzeuge funktionieren nur mit einem vergleichsweise dickeren Schlauch. Klar bei kabelgebundenen Werkzeugen gibt es auch ein Kabel. Jedoch sind diese meistens doch flexibler, als ein Druckluftschlauch. Zudem gibt es bei den Schläuchen auch qualitative Unterschiede. Gerade günstige sind manchmal ganz schön starr.

4. Die Hardware kostet bei Druckluftwerkzeugen mehr

Zwar sind Druckluftwerkzeuge nicht unbedingt teurer, wie Elektrowerkzeuge. Auch hier gibt es von preiswert bis Industriequalität alle Preisstufen. Jedoch braucht man für die meisten pneumatischen Werkzeuge einen Kompressor mit mindestens 200 l/min Abgabeleistung. Diese Kompressoren sind nicht so günstig. Daher muss man erstmal mehr Geld ausgeben, um Druckluftwerkzeuge nutzen zu können.

Weldinger Fk 240 Pro
Der Weldinger Fk 240 pro ist ein guter Kompressor für Druckluftwerkzeuge
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Einige Druckluftwerkzeuge im Überblick

Zum Schluss möchten wir noch ein paar sinnvolle Druckluftwerkzeuge vorstellen, die wir bei uns einsetzen.

Druckluftnagler

Mit einem Druckluftnagler oder Drucklufttacker lassen sich Holz oder OSB-Platten schnell zusammen schießen. Wir verwenden dieses Werkzeug hauptsächlich um Treibholzlampen aus Ästen zu bauen.

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Schlagschrauber

Der Schlagschrauber wird bei uns in erster Linie für den alljährlichen Reifenwechsel eingesetzt. Aber er findet auch überall dort Verwendung, wo große Schrauben oder Muttern verwendet werden.

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Grundausstattung

Die Grundausstattung besteht in erster Linie aus Werkzeugen für die Fahrzeugpflege. Um Reifen aufzupumpen, Kleinigkeiten zu lackieren, Werkzeug zum Auslblasen und die passende Schläuche.

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Druckluftschleifer

Die Druckluftschleifer haben den gleichen Einsatzbereich, wie die elektrischen Geräte, wobei sie im Mtellbereich eher genutzt werden, wahrscheinlich wegen der nicht vorhandenen Absaugung und der Verfügbarkeit von Druckluft in Metallwerkstätten.
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Fazit zu Druckluftwerkzeugen

Druckluftwerkzeuge haben Vor- und Nachteile. Trotzdem gibt es einige Bereiche in denen nicht auf Druckluftwerkzeuge verzichtet werden kann.

Auch bei uns in der Heimwerker-Werkstatt gibt es genügend Anwendungsbereiche, wo pneumatische Werkzeuge zumindest Vorteile haben gegenüber den elektrischen Werkzeugen.

Aber ob und welche elektrische oder pneumatische Werkzeuge nutzt, muss jeder selber abwiegen, nach dem er Vor- und Nachteile im Einzelfall verglichen hat.

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