Arbortech Turboplane Test: Bedienen und Schärfen


Die Arbortech Turboplane haben wir für diesen Test kostenlos ausgeliehen bekommen.

In Zusammenarbeit mit der australischen Firma Arbortech starten wir eine Artikelserie, in der wir dir die Holzbearbeitungswerkzeuge, Fräsaufsätze und Woodcarver von Arbortech genauer vorstellen wollen.

Im diesem Teil unser Artikelserie geht es um die Turboplane von Arbortech. Wir zeigen dir genau, wie du die Frässcheibe benutzen, bedienen und schärfen kannst. Zusätzlich geben wir dir noch Tipps zum sicheren Umgang mit dieser Schnitzscheibe.

Vorstellung der Turboplane von Arbortech

Die Arbortech Turboplane gehört zu den beliebtesten Frässcheiben für den Winkelschleifer. Laut Arbortech ist sie mit Abstand die meistverkaufte HSS-Scheibe aus dem Sortiment. Wie alle Schnitzscheiben kannst du auch mit der Turboplane Holz gut und schnell bearbeiten.

Die Turboplane hat drei feste Schneiden – im Gegensatz zu den wechselbaren Schneiden bei Industrial Woodcarver, Mini Turbo Kit oder Turbo Shaft. Dafür sind die Schneiden aber auch länger – ähnlich einem kurzen Hobelmesser.

Daher kannst du mit der Turboplane besser ebene Flächen schnitzen, als mit den anderen Winkelschleiferaufsätzen. Aber auch Aushöhlungen sind kein Problem, lediglich der Radius fällt etwas flacher aus.
Eine weiterer Arbeitsbereich ist das Fräsen entlang von Schablonen. Es gibt keine andere Scheibe mit der es so schnell und geht, wie mit der Turboplane von Arbortech. Aber auf dieses Thema gehen wir weiter unten noch genauer ein.
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So arbeitest du sicher mit der Turboplane

Die Arbortech Turboplane hat ein sehr hohes Drehmoment und kann, wie schon gesagt, viel Material auf einmal abnehmen. Darum sind bei dieser Frässcheibe unbedingt die Sicherheitsvorschriften einzuhalten, um Unfälle zu vermeiden. Wenn du die Vorschriften beachtest, dann kannst du relativ sicher diese Schnitzscheibe benutzen.

1. Spanne das Werkstück sicher ein

Bei den großen Scheiben von Arbortech ist es extrem wichtig, dass das Werkstück sicher eingespannt ist. Wir nehmen dafür den beliebten Spannbock (Test: Batavia Crock Loc). Einzigste Ausnahme ist, wenn das Werkstück genügend Eigengewicht hat wie ein großer Baumstamm. Hier kannst du auf eine Spannvorrichtung unter Umständen verzichten

2. Schutz bleibt am Winkelschleifer

Benutze die Arbortech Turboplane niemals ohne Schutzblech vom Winkelschleifer. Die Späne die beim Arbeiten weg fliegen sind relativ groß und können durchaus weh tun. Stelle daher deinen Winkelschleiferschutz im 45°-Winkel zum Gerät ein. Auf der Rückseite der Verpackung findest du dazu auch noch eine Illustration.

3. Schutzbrille ist Pflicht

Aufgrund der herumfliegenden Spänen ist eine Schutzbrille oder ein Visier ebenfalls Pflicht. Genauso müssen lange Haare zusammengebunden oder unter einer Mütze verstaut werden. Auf Handschuhe solltest du hingegen verzichten, da diese im schlimmsten Fall in die Scheibe gezogen werden können. Deshalb solltest du an rotierenden Maschinen niemals Handschuhe tragen.

4. Immer mit zwei Händen führen

Aufgrund des hohen Drehmoments der Arbortech Turboplane, darf diese nur mit Zuhandgriff und mit beiden Händen bedient werden. Einhändig kann es im schlimmsten Fall vorkommen, dass sich der Winkelschleifer verhackt und in eine Richtung ausschlägt und dich verletzen kann. Mit zwei Händen lässt sich aber das Gerät sehr gut führen und halten.

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Funktionsweise und Bedienung der Turboplane

Die Turboplane von Arbortech ist ein schneidendes Werkzeug. Anders als eine Raspelscheibe oder grobes Schleifpapier schneidet sie das Holz an der Oberfläche und reißt es nicht aus. Deshalb gleicht die Oberfläche eher einer gehobelten Fläche. 

Mit der Turboplane lassen sich grob drei verschiedene Arbeiten tätigen. Holz oder Rinde abtragen, eine Holzfläche ebnen und nach einer Schablone fräsen.

Bearbeitungsprofil der Turboplane

Oberflächengüte
Tiefe Profile
Detailformen
Grobe Formen
Glätten
Arbeit mit Schablonen

1. Holz abtragen oder Rinde entfernen

Der Haupteinsatzbereich der Arbortech Turboplane wird das schnelle Abtragen von Holz sein. Du kannst entweder Holz aushöhlen wie es zum Beispiel bei Wildholzschalen nötig ist. Genauso lässt sich aber auch an runden Formen Material abtragen, wie zum Beispiel beim Entrinden eines Baumes.

Die Arbortech Turboplane schneidet dabei nur unten und nicht seitlich. Deshalb musst du beim kompletten Bearbeitungsprozess immer in Bewegung bleiben.

Druck nach unten ist keiner notwendig. Im Gegenteil drückst du zu fest auf, dann frisst sich die Scheibe ins Holz rein und fängt an zu rattern. Aber mit etwas Übung bekommt es jeder hin mit der Frässcheibe sicher und sauber zu arbeiten.

2. Eine Holzfläche ebenen

Genauso wie man gerade Holzer rund formen kann, lassen sich mit der Arbortech Turbplane auch krumme Hölzer ebnen. Zwar nicht so gut, wie mit einem Hobel oder einer Abrichte, aber dennoch in einer sehr guten Qualität. Da das Werkzeug keine Führung hat, kommt es hier hauptsächlich auf eine ruhige Hand an.

Zusätzlich lässt sich die Scheibe mit zwei im Lieferumfang enthaltenen Adapterscheiben höher setzen. Dadurch kommt sie bei einigen Winkelschleifer minimal über den Schutz. Leider ist das nicht bei allen Winkelschleifern so. Du kannst aber einen Ersatzschutz kaufen und diesen für den genannten Arbeitszweck kürzen.

Wenn die Scheibe minimal über den Schutz kommt, kannst du die Turboplane nämlich mit der ganzen Fläche aufs Holz setzen und Fräsen. So bekommst du dann schöne ebene Flächen. Gerade für Drechsler kann das interessant sein, wenn sie ihre Holzstücke für die Drechselbank vorbereiten müssen.

3. Holz mit Schablonen fräsen

Eine eher unbekannte Arbeitsmethode, die aber dennoch hervorragend klappt, ist das Fräsen mit Schablonen. Da die Arbortech Turboplane nur nach unten schneidet, kann man das Werkzeug perfekt an einer gesägten Schablone entlang führen und in die Tiefe arbeiten.

Uns ist kein Werkzeug bekannt, mit dem das geht – abgesehen von der Oberfräse mit den passenden Fräsern. Jedoch geht es mit der Oberfräse nicht so schnell und auch nur ein dünner Streifen.

Bei der Turboplane funktioniert dies auch bei größeren Flächen. So lassen sich damit ganz neue Formen ins Holz bringen. Wir persönlich waren von der Sauberkeit und Schnelligkeit extrem begeistert und hatten es nicht für möglich gehalten, dass es so gut funktioniert.

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Schärfen der Arbortech Turboplane

Wichtig bei gutem Werkzeug ist, dass man es auch schärfen kann. Vorab allzu oft ist das bei der Turboplane nicht nötig. Wir haben sie in 3 Jahren bisher einmal geschärft. Oft reicht es schon aus, wenn du die Scheibe in WD 40 einlegst, damit sich die Baumharze lösen. Steht dann das Schärfen doch mal an, ist das in 2 Minuten erledigt.

Die Arbortech Turboplane muss mit einer Diamantfeile geschärft werden. Am besten kaufst du dir die Schärffeile direkt von Arbortech. Die Schneiden der Frässcheibe sind so geformt, dass es damit sehr einfach ist.

Führe die Schärffeile direkt in der Nut vor der Schneide und ziehe die senkrechte Fläche ein bis dreimal mit der Schärffeile ab. Dies machst du an allen Schneiden und dein Werkzeug ist wieder scharf.

Die obere und untere Fläche der Schneide bitte nicht schleifen, da dies erstens nicht nötig ist und du damit die Scheibe eher stumpfer als scharf machen kannst. Im Video rechts kannst du dir den Vorgang nochmals genau anschauen. (Video startet direkt beim Thema Schärfen)

Fazit zur Arbortech Turboplane

Wie alle Frässcheiben von Arbortech, ist auch die Turboplane ein qualitativ hochwertiges Werkzeug. Die Scheibe eignet sich zum Aushöhlen, Entrinden oder Flächen ebnen. Aber auch das Fräsen mit Schablonen sollte nicht vergessen werden.

Das Nachschärfen ist ein Kinderspiel und wenn die Sicherheitsvorschriften eingehalten werden, lässt sich damit auch sehr gut und sicher arbeiten.

Solltest du Fragen haben kannst du entweder direkt bei Youtube einen Kommentar hinterlassen oder uns per Email oder Facebook unter  Holz Design Woodstoneart oder Treibholzkunst Bodensee kontaktieren.