Anfänger Plasmaschneiden: Test Weldinger PS53 pilot Plasmaschneider

Den Weldinger PS 53 Pilot Plasmaschneider haben wir für diesen Test kostenfrei von Weldinger zur Verfügung gestellt bekommen.

Wir von Gipfelholz haben uns wieder mal als Anfänger, an ein für uns völlig neues Thema, gewagt – dem Plasmaschneiden. Deswegen richtet sich dieser Werkzeugtest auch an Anfänger im Plasmaschneiden. Wir haben getestet, ob ein Anfänger ohne viel Wissen vernünftig plasmaschneiden kann. Zusätzlich erklären wir anhand des Weldinger PS53 pilot, welche Unterschiede es bei preiswerten Plasmaschneider gibt. 

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Was ist Plasmaschneiden überhaupt?

Einfach gesagt, kannst du mit einem Plasmaschneider Metall mittels eines Lichtbogens schneiden. Das Plasmagerät entwickelt einen Lichtbogen, der etwa 30.000 °C heiß ist. Damit kannst du dann elektrisch leitende Metalle schneiden.

Du kannst dabei den Brenner bzw. das Schlauchpaket entweder frei führen, was für künstlerische Projekte oder Sonderformen, wie Bögen oder Wellen, perfekt geeignet ist. 

Aber du kannst ihn auch zwangsgeführt, wie zum Beispiel mit einem Zirkel oder Lineal benutzen. Auch eine CNC-Steuerung ist mit etwas Aufwand durchaus möglich.

Was braucht man zum Plasmaschneiden?

Alleine mit einem Plasmaschneider lässt sich noch kein Metall schneiden. Dazu benötigst du noch weitere Geräte und natürlich eine passende Schutzausrüstung.

Richtigen Kompressor für einen Plasmaschneider auswählen

Um plasmaschneiden zu können, benötigst du einen Kompressor. Dieser sollte eine Luftabgabemenge von mindestens 120 l/min haben. Ein guter Allzweck-Kompressor, wäre zum Beispiel, der Weldinger FK 240 pro, denn wir auch schon getestet haben.

Zwar lässt sich auch mit einem Mischgas, CO² oder anderen Gasen plasmaschneiden, jedoch wird das in der Praxis eher für Buntmetalle und meistens nicht von Anfängern eingesetzt. Von daher wollen wir auf dieses Thema nicht weiter eingehen.

Persönliche Schutzausrüstung für einen Plasmaschneider

Die Schutzausrüstung für das Plasmaschneiden entspricht im Großen und Ganzen der Schutzausrüstung für Schweißen. Jedoch muss dein Schweißhelm, die Möglichkeit haben, ihn auf „Plasmaschneiden“ umstellen zu können.

Weiteres Zubehör, das du zum Plasmaschneiden benötigst

Im Grunde genommen, kannst du mit dieser Ausstattung schon mit dem beginnen. Jedoch empfehlen wir dir, dass du dir noch einen Plasmatisch besorgst. Denn der Lichtstrahl schneidet nicht nur das zu bearbeitenden Blech, sondern auch den Untergrund, wie zum Beispiel deinen Schweißtisch.

Wir haben uns dafür für einen Plasmaschneider Bausatz von nasty-tools.com entschieden. Dieser ist wirklich sehr stabil und leicht zusammen zu bauen. Außerdem hat er wechselbare Blechrippen. So kannst du diese problemlos austauschen, wenn sie zu sehr verschnitten sind. Ein weiterer Vorteil ist die Wasserwanne, die die Schlacke auffängt und gleich abkühlt.
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Weiter empfehlen wir dir, dass du dir gleich zu Beginn ein Verschleißteile Set aus Plasmadüsen und Elektroden zulegst, da diese nach einer Zeit verschleißen und du diese immer wieder am Brenner wechseln musst.
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Weldinger PS53 Plasmaschneider hat Pilotzündung

Der Weldinger PS53 Plasmaschneider hat eine Pilotzündung. Diese Zündung hat einen enormen Vorteil und ist auch oft nur in teureren Geräten verfügbar.

Was ist der Unterschied zwischen Kontaktzündung, HF-Zündung und Pilotzündung

Grob gesagt gibt es Plasmaschneider für den Heimgebrauch mit drei verschiedenen Zündungen. Also der Lichtbogen startet auf unterschiedliche Art und Weiße. Deswegen, wollen wir auch noch kurz die drei Zündarten erklären.

1. Kontaktzündung

Die Kontaktzündung ist die einfachste Methode und wird häufig in sehr preiswerten Plasmaschneider verbaut. Hier musst du den Brenner zum Starten direkt auf das Blech setzen, um den Lichtbogen starten zu können. 

Bei Kontaktzündung muss das Metall berührt werden

Gerade wenn du sehr filigrane Muster schneiden willst, ist es etwas schwierig damit saubere Anfänge hinzubekommen. Des Weiteren muss die Stelle an der du starten möchtest auch sauber und leitfähig sein.

2. Die HF-Zündung

Bei der HF-Zündung (Hochfrequenz-Zündung) musst du nicht mehr direkt das Blech mit dem Brenner berühren, sondern es reicht, wenn du den Brenner ca. 5 mm über dem Material startest. Der Lichtbogen wird hier mittels eines Ionenstrahls gestartet.

Bei der HF-Zündung wird der Lichtbogen knapp über dem Blech gezündet

Dadurch kannst du den Schnittbeginn schon viel besser sehen, als bei der Kontaktzündung, sodass auch feine Muster möglich sind. Jedoch kannst du den Lichtbogen nicht außerhalb des Bleches starten, wenn du zum Beispiel ins Material hineinschneiden möchtest.

3. Die Pilotzündung

Der Weldinger PS53 Plasmaschneider hat eine Pilotzündung, die gerade für Anfänger im Plasmaschneiden perfekt geeignet ist. Mit der Pilotflamme kannst du den Plasmaschneider in jeder Lage starten, also auch zwei Meter entfernt vom Blech.

Bei der Pilotzündung kann der Lichtbogen überall gezündet werden

In der Praxis ergeben die zwei Meter natürlich keinen Sinn, aber du kannst jetzt den Plasmabrenner circa einen Zentimeter vor dem Blech starten und ihn dann in die Schnittkante „rein schieben“. So entstehen perfekte Anschnitte. Auch ein Eintauchen ins Material ist problemlos möglich. Und zu guter letzt, ist es bei einer Pilotzündung nicht so wichtig, ob die Oberfläche blank ist. Sobald eine gute Erdung über das Massekabel hergestellt ist, kannst du mit der Pilotzündung auch lackierte oder korrodierte Teile perfekt schneiden.

Plasmaschneiden für Anfänger erklärt

Kommen wir nun zum praktischen Teil dieses Plasmaschneider Test. Wir haben den Weldinger PS53 pilot einfach ausgepackt und darauf losgeschnitten und das ist relativ gut gegangen.

Den Weldinger Plasmaschneider einstellen.

Wie bei einem Schweißgerät, muss man auch einen Plasmaschneider richtig einstellen. Aber ein Plasmaschneider hat viel weniger Parameter, die beachtet werden müssen. Beim PS53 von Weldinger musst du nur, die Stromstärke, den Luftdruck und die Nachströmzeit einstellen.

Dafür stehen in der Bedienungsanleitung die Parameter, die du je nach Materialstärke einstellen musst. Die Nachströmzeit ist für die Kühlung verantwortlich. Das heißt, je länger du schneidest bzw. je dicker dein Material ist, umso länger muss die Nachströmzeit eingestellt werden. Auf die Schnittqualität hat das aber keinen Einfluss.

Schneiden von dünnen Blechen mit dem Plasmaschneider

Wenn du dann deine PSA angezogen hast und die Parameter eingestellt hast, kannst du auch schon plasmaschneiden. Im Video siehst du, wie einfach das ist. Wir haben sowohl Kurven als auch lange Stücke mit dem Weldinger PS53 problemlos geschnitten – völlig ohne Einarbeitungszeit.

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Schneiden von dicken Flachstählen mit dem Weldinger PS53 pilot

Weldinger gibt an, dass du mit dem PS53 pilot bis zu 15 mm starken Stahl schneiden kannst. Jedoch ist dafür eine gute Werkstattelektrik wichtig. Bei uns ist bei voller Leistung von 50 Ampere einmal die Sicherung heraus geflogen, was aber wahrscheinlich an unserer Elektrik liegt.

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Möchtest du aber öfters dickere Stähle schneiden, solltest du darauf achten, dass deine Hausinstallation auch dafür ausgelegt ist. Gegebenenfalls solltest du das vorher von einem Elektriker überprüfen lassen.

Schneiden von Aluminium und Kupfer mit dem Weldinger PS53 pilot

Mit dem PS53 lassen sich auch lackierte und pulverbeschichtete Materialien schneiden. Genauso auch Buntmetalle, wie Aluminium, Kupfer oder Messing. Bei lackierten Blechen ist es nur wichtig, dass eine perfekte Erdung besteht. Daher kann es nötig sein, dass du die Stelle, an der die Masse hängt, vorher anschleifen musst.

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Für Buntmetalle wird normal auch nicht unbedingt Druckluft als Gas genommen, da es dort zu einer Gefügeveränderung im Material kommen kann. Aber für Dekozwecke, für das wir in erster Linie den Plasmaschneider nutzen, ist dieser Punkt nebensächlich.

Was aber unbedingt zu beachten ist, dass du bei diesen Materialien einen Atemschutz für Gase trägst, da giftige Dämpfe beim Plasmaschneiden entstehen. Da dieser aber meistens nicht unter den Schweißerhelm passt, haben wir eine Autogenbrille zum Schneiden genommen, was auch sehr gut geklappt hat.

Fazit zum Plasmaschneiden für Anfänger

Wir waren überrascht, wie einfach Plasmaschneiden für Anfänger ist. Klar, man ist nicht von Beginn an ein Profi und man muss auch einiges beachten und vor allem üben, üben und nochmals üben. 

Aber man bekommt doch schneller gute Ergebnisse hin, als beim Schweißen. Auch wir haben uns noch am gleichen Tag an einem künstlerischen Projekt probiert. Wir haben unser Gipfelholz Logo in ein Blech geschnitten. Dort war die Pilotzündung des PS 53 wirklich nützlich.

Und wie du siehst, schauen die Berge schon ziemlich gut aus. Bei der Schrift hingegen sieht man, dass eine ruhige Hand und die Übung noch deutlich fehlen. Aber das wird mit der Zeit bestimmt noch besser werden.